VIA Schwechat – Versagen bei Management und Eigentümern

Man kann zum Bau der dritten Piste am Flughafen Schwechat stehen wie man will, aber was sich nun, nachdem das Bundesverwaltungsgericht gegen die Piste entschieden hat, abspielt, macht glauben, dass das wirtschaftliche Wohl des Ostens Österreichs von einem ca. drei Kilometer langen Betonband abhängt.

Auf einer dritten Piste wird in Schwechat – wenn überhaupt – noch lange kein Flugzeug starten oder landen. Foto: Fotolia/abr68

Vom Vorstand des Flughafens abwärts, über dessen Betriebsrat, die Gewerkschaft, die Wirtschaftskammer, die Vertreter der Bundesländer – jeweils Dritteleigentümer – Wien und NÖ, bis hin zu lokalen Bürgermeistern, alle malen Schreckensszenarien für die Region an die Wand, die einer objektiven Überprüfung wohl kaum stand hielten. Auch fast schon bemitleidenswert inhaltlich armselig die Argumentation des Obmanns einer Wiener 9%-Partei, der die Zukunft von ganz Wien und NÖ gefährdet sieht, der wörtlich meint: „Es darf nicht zugelassen werden, dass der gesamte Wirtschaftsstandort gefährdet wird“. Gewerkschafts- und Betriebsratsvertreter argumentieren nicht weniger panisch: „Zehntausende Arbeitsplätze sind durch den Nicht-Bau der Piste gefährdet, zig-tausende Jobs werden jetzt nicht geschaffen …..“. Und das sind nur drei der vielen Alarmschreie, die jetzt zu hören sind. Wer’s glaubt ….

Aber zwei Dinge gehen bei all dem Getöse fast unter:

  1. Aktienexperten heimischer Banken sehen die Entscheidung des Gerichts GEGEN die Piste durchaus positiv! Sie meinen, dass die Ersparnis der Errichtungskosten von 1,25 Milliarden Euro die negativen Konsequenzen wie eine niedrigere Wachstumsrate des Flughafens überwiegt. Und, so die Experten, wegen schwächerer Passagierentwicklungen und dem Trend zu größeren Flugzeugen sei der Bau der dritten Piste ohnehin unsicherer geworden!
  2. Ein wesentlicher Grund für die Entscheidung des Gerichts GEGEN die dritte Piste war der damit dann im Betrieb verbundene vermehrte CO2 Ausstoß. Schon bisher hat der Flughafen nicht genügend Maßnahmen gesetzt um den CO2 Ausstoß zu verringern! Der Flughafen Wien hinke, so die Richter, beim Klimaschutz weit hinter den meisten anderen europäischen Airports hinterher! Erst jetzt, offenbar aufgeschreckt durch das Gerichtsurteil, kündig der Flughafen via Medien weitere Maßnahmen zur CO2 Reduktion an. A bissal spät halt ….

 

So wie es daher ausschaut, haben die Verantwortlichen bei Eigentümern und Management des Flughafens nicht alle ihre Hausaufgaben gemacht und von diesem Versagen möchten sie jetzt – gleichsam als schlechte Verlierer – ablenken, indem sie etwas von „politischem Urteil“ faseln und den Richtern unterstellen, „befangen“ gewesen zu sein.