Über den Wert eines Güterweges, eines Kriegerdenkmals, eines Friedhofs.

Vielerorts wird jüngst für die Gemeinden die „doppele Buchhaltung“ mit einer vollständigen Vermögensrechnung gefordert. Was im ersten Moment modern und zweckmäßig klingt, erweist sich beim näheren Hinsehen als „Tarnen, Täuschen, Unsinn“!
Schon jetzt haben alle Gemeinden ein vollständiges Anlagenverzeichnis. Was fehlt ist die Bewertung des Vermögens. Aber dieses Problem ist unlösbar. Welchen Wert hat ein Heimatmuseum, ein Friedhof, eine Straße, ein Kriegerdenkmal, ein Kindergarten? Wie viel ist ein Güterweg wert oder eine Fußgängerzone?

Eine doppelte Buchführung bringt auch nicht mehr Transparenz und Kontrolle! Unter dem Mantel eines „Modernen Rechnungswesens“ wurde sowohl die Bank Burgenland als auch die Hypo Alpen Adria Bank „ausgeraubt“.
Mit dem Rechnungswesen kann man weder die Staatsfinanzen sanieren, noch „Schweinereien“ verhindern. Das bestehende Rechnungswesen in den Gemeinden ist äußerst leistungsfähig: die größte kommunale Investition der Geschichte Wiens, der Bau der Wiener Hochquellenwasserleitung, wurde damit administriert.
Was durchaus Sinn machen würde, ist hingegen ein für alle Gemeinden einheitlicher Kontenrahmen. Aber alle diese, die Informationsqualität betreffenden „Mängel“, kann der Finanzminister auf Grundlage des Finanzverfassungsgesetzes 1948, durch eine einfache Verordnung schon heute beseitigen! Er müsste das nur wollen!