„Stille und Innehalten“ – nicht nur im Advent

Stille ist ein wertvoller und anregender, aber auch anstrengender Bestandteil unseres Lebens. Stille ist die Zeit, in der wir zur Besinnung kommen, in der wir unsere Sinne mit all ihren Möglichkeiten empfinden.

Leider ist uns Menschen diese Stille oft schon abhandengekommen. Das Handy klingelt, die E-Mail dringt mit einem Geräusch ins Leben, das neue Aufgaben ankündigt. Wir hasten und hetzen durch das Jahr, das immer schneller zu vergehen scheint. Wir wundern uns, dass wir nicht mehr schlafen können und der Burnout zur Volkskrankheit geworden ist. Es fehlt die Balance zwischen Aktivität und Innehalten.

Kerzen

Die größten Ereignisse sind die stillen Stunden. Foto: Fotolia/PhotoSG

Der vorweihnachtliche Trubel macht es uns zwar schwerer, aber er beraubt uns nicht der Möglichkeit, die Stille zu finden. Er kann Anstoß zu einem persönlichen alternativen Programm sein. Wer Stille erfahren will, muss bereit sein, einen Blick nach „Innen“ zu richten. Wir müssen unserer Seele den Raum geben, zum Innehalten und entspannen. Denn die Stille können wir nur in uns selber finden. Dazu brauchen wir nicht zu einem Guru nach Indien reisen, noch die Erleuchtung in einem japanischen Kloster suchen. Soweit brauchen wir gar nicht reisen.

 

Der Advent ist ein Kulturgut, das besonders in unserer Tradition auf Tiefgang setzt und zu innerer Ruhe führt. Wer Stille erfahren will muss hineingehen in diesen Raum des Schweigens, in dem kein PC steht, in dem uns nichts anschreit von dem, was sonst den Alltag bestimmt. Es lohnt sich, in diesen Tagen ein Licht zu entzünden, das unseren inneren Raum erhellt.

Denn: „Die größten Ereignisse“ schrieb Friedrich Nietzsche, „das sind nicht unserer lautesten, sondern unsere stillsten Stunden.“ ……und das nicht nur im Advent!