Steuerpolitik a la ÖVP

Die Anhebung der Umsatzsteuer auf Nächtigungen von 10 auf 13 Prozent war ein Vorschlag der ÖVP und eine Schnapsidee. Vor dieser Steuer warnten 2016 alle: Hoteliers, Kammervertreter, Steuerberater, Konsumentenvertreter.

Vor einem Jahr wurde das Übernachten in Hotels auf Betreiben der ÖVP verteuert. Nun soll der Fehler korrigiert werden. Foto: Fotolia/Robert Kneschke

 

Mit einer enormen Belastung der Betriebe sind so 200 Millionen Euro ins Budget geflossen. Die Annahme der ÖVP dürfte gewesen sein, dass die Hoteliers diese Erhöhung der Zimmerpreise 1:1 an die Gäste weitergeben werden, und somit die Unternehmen nicht belastet wären.

 

Das war ein gewaltiger Denkfehler der vermeintlichen Wirtschaftspartei! Denn in Zeiten von Internet und Transparenz brauchten die Konsumenten da nicht mittun und nutzen den Wettbewerb. So blieben die Hoteliers auf dem Großteil der rund 200 Millionen Euro sitzen! Und diese 200 Millionen Euro fehlen den Unternehmern für Investitionen in ihre Betriebe – die mit den Beherbergungsbetrieben und Urlaubsdestinationen in Deutschland und Italien im Wettbewerb stehen. Dort ist die Steuer mit 10% und 7% weit günstiger als in Österreich!

 

Aber auch Politiker soll man nicht daran hindern, klüger zu werden! Nun will auch die ÖVP die Steuererhöhung zurücknehmen! Doch von einer Partei, die nach Selbstdefinition eine „Wirtschaftspartei“ sein möchte, hätte man sich aber etwas mehr Realitätssinn erwartet. Und jetzt warten wir mal auf die Auskunft der ÖVP auf die Frage: „Dem Finanzminister werden diese 200 Millionen Euro schon im nächsten Budget schmerzhaftest fehlen. Woher sollen die so rasch kommen, vor allem, wenn sich deren Obmann so beständig gegen Steuererhöhungen und neue Steuern ausspricht?“