Souvenirs made in Hongkong

Die Wiener Wirtschaftskammer fährt eine Kampagne zur Flexibilisierung der Arbeitszeit. Der Anstoß tut dieser versteinerten Struktur gut und regt zum Nachdenken an – in alle Richtungen.

So ärgert es den Beobachter in Wiens Innenstadt, wenn er am Sonntag vor versperrten Geschäften steht, obwohl tausende Touristen hier ihr Geld ausgeben wollen. Doch nein, nicht alle Geschäfte sind versperrt, jede Menge Shops mit – zumeist – asiatischen (!) Betreibern, verkaufen in Asien produzierte Souvenirartikel. Das wirft natürlich die Frage auf, was die Stadt Wien, mit ihrem Bürgermeister Häupl an der Spitze veranlasst haben könnte, diese Ausnahmeregelung für Sissy&Franzl-Souvenirs made in Hongkong zu erlassen.

pointed felt hat with the coat of arms of Austria

Nur Souveniers – oftmals „Made in China“ – dürfen am Sonntag in Wiens Innenstadt verkauft werden.           Foto: Fotolia/ChiccoDodiFC

Im Fall der verbotenen Sonntagsöffnung ist der Herr Bürgermeister ja ein Getriebener des mächtigen Wiener Gewerkschaftsfunktionärs Christian Maidlinger, der sich seit jeher gegen eine Öffnung der Geschäfte am Tage des Herrn querlegt. Und mit Maidlinger ist nicht zu spaßen, das weiß der Machtpolitiker Häupl sehr gut. Maidlinger ist nämlich ein Ämtermulti – Gemeinderat, Gewerkschaftsboss und Bezirksfunktionär der mächtigen SPÖ Floridsdorf. Mit so jemandem legt sich anscheinend auch ein Bürgermeister nicht an, selbst wenn der Stadt so Millionen an Einnahmen entgehen und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze verhindert wird.

Die Leidtragenden bei diesen Machtdemonstrationen auf beiden Seiten – Wirtschaftskammer und Gewerkschaft – sind die Konsumenten, die nicht dann einkaufen können, wann sie Zeit haben, sondern wann es ihnen untereinander streitende Politfunktionäre erlauben wollen.