Politiker in der Privatwirtschaft – geht das?

Jüngst wurde die Öffentlichkeit darüber informiert, dass der ehemalige Bundeskanzler Werner Faymann nun als Berater für einen heimischen Versicherungskonzern arbeiten wird. Das ist Anlass mal darüber nachzudenken, wie sich Politiker in der Privatwirtschaft anstellen.

Panorama mit großer Gruppe von vielen Leuten verschiedener Berufe

Politiker tuen sich bei Jobs in der Privatwirtschaft besonders schwer. Foto Fotolia/Robert Kneschke

Zu Beginn ein Grundsatz: Der Geschäftsführer/Manager eines Unternehmens muss seine Kunden zufrieden stellen. Und wenn die Firma ein Staat ist, und dieser nach demokratischen Regeln funktioniert, dann sind die Wähler diese Kunden. Wobei dieses „Zufriedenstellen“ dann eigentlich recht einfach geht: Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden, sowie dass gute Einkommen sicher gestellt sind, was aber, mit der erforderlichen Mehrheit im Rücken – zumindest kurz- und mittelfristig – kein Problem darstellt. Da wird mittels Beschlüssen Geld verteilt, legendär der Kärntner Landeshauptmann Haider, der um den Jahreswechsel 2007/08 durchs Land tingelte und – mit Zustimmung der dortigen SPÖ – dem Volk Hundert-Euro-Scheine in die Hand drückte.

 

Geht es sich mal mit dem vorhandenen Geld nicht aus, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, neues zu beschaffen. Diese Möglichkeiten laufen aber alle auf das Gleiche hinaus: Schulden machen, aber wenn die zurück zu zahlen sind, sind die Politiker, die sie verursacht haben, meist in der hoch dotierten Pension. Und das ist der Punkt, wo in der Privatwirtschaft eine große STOPP-Tafel steht und an der ehemalige Politiker scheitern: Da gibt es auf Dauer Geld nur für messbare Erfolge/Verkäufe, und auf der Bank nur für belegbare Bonität.

 

Darum ist die Zahl der nach der politischen Karriere als Unternehmer Gescheiterten auch Legion, und immer größer die Zahl derer, die dann gnädig „Beraterverträge“ von jenen Unternehmen bekommen, die ihrer Partei nahe stehen, oder schlimmer noch, denen sie zuvor als Politiker gefällig waren.