„Patentdichte“ als Indikator für das Ausmaß an Hochtechnologie in einer Volkswirtschaft

Österreich gerät bei der Hochtechnologie als Teil der Volkswirtschaft immer mehr ins Hintertreffen. Nicht nur Länder wie Deutschland und die Schweiz schaffen hier hochwertige Arbeitsplätze, auch in Tschechien siedeln immer mehr Hochtechnologien an. Die Schweiz, Bayern und Baden-Württemberg haben eine Hochtechnologiequote von über 30 Prozent, Österreich hingegen liegt bei weniger als 10 Prozent.
Als ein Indikator für das Maß an Hochtechnologie in einer Volkswirtschaft gilt auch die „Patentdichte“. Der Maßstab für das Wachstum der kommenden Jahre wird insbesondere durch die Hochtechnologie vorgegeben, die in der Patentdichte der Wirtschaftsregionen der EU ersichtlich ist. Das Europäische Patentamt hat zu den wichtigsten Wirtschaftsregionen die Patentdichte (NUTS 2) untersucht. Wenn die Wirtschaftsregion Niederösterreich mit 100 definiert wird, ergibt sich nachfolgende Reihung:
Österreich:
Niederösterreich 100
Tirol 110
Wien 161
Vorarlberg 213
Steiermark 223

Schweiz: Nordschweiz 366
Belgien: Antwerpen 403
Finnland: Helsinki 507
Deutschland: Oberbayern 540
Schweden: Sydsverige 1.126
Dieser Entwicklung kann man vor allem durch das entsprechende Angebot an Ausbildung in den sog. MINT-Berufen (das sind vor allem Informatiker, Physiker, Chemiker, Ingenieure, Biowissenschaftler) entgegen wirken. Hier werden besondere Anstrengungen notwendig sein, denn derzeit erfolgen noch 90 Prozent der Ausbildungen an den NÖ Fachhochschulen in Dienstleistungsberufen. Aber die höchste Wertschöpfung einer Volkswirtschaft liegt in der Industrie, doch die Industriequote in Österreich und insbesondere in Niederösterreich sinkt laufend. Österreich hält derzeit bei unter 18 Prozent, bei fallender Tendenz. Deutschland hat eine Industriequote von fast 23 Prozent, Tschechien hat bereits eine Quote von 25 Prozent , sogar das Agrarland Ungarn hat Österreich mit einer Quote von 22,5 Prozent bereits signifikant überholt.