ORF-Wahl: ein sicherer Gewinner steht schon fest

Noch nie hat sich der ORF und die österreichische Medienlandschaft derart demaskiert, wie in diesen Tagen vor der Wahl des ORF-Generaldirektors. Obwohl es acht Kandidaten gibt, wurden von denen nur die Namen Wrabetz und Grasl lautstark genannt, die anderen schon vorweg als „chancenlos“ abqualifiziert. Da passt es dazu, dass zwei Bewerber gleich gar nicht öffentlich als solche bekannt sein wollen und ihre Bewerbung „vertraulich“ abgegeben haben. Das ist bezeichnend für das Klima in einem Land, wenn sich Bewerber um den Führungsjob des größten Medienunternehmens nicht trauen, offen zu dieser Bewerbung zu stehen.

Landeanflug Flughafen

Ein neuer Finanzdirektor ist im Anflug auf den Flughafen „ORF-Zentrale“.
Foto: abr68/fotolia

 

Die beiden aussichtsreichsten Kandidaten für die ORF-Generaldirektion, Alexander Wrabetz und Richard Grasl, basteln bereits jetzt kräftig an ihren Personalpaketen, um so zu einer Mehrheit bei der Wahl zu kommen. Je mehr neue Posten in den Konzepten der Kandidaten geschaffen werden, umso mehr können wichtigen Wählergruppen im Stiftungsrat Posten und Einfluß zugesagt werden – was deutlich den jahrzehntelang geübten „Stimmenkauf a la ORF“ illustriert.

 

Einen Gewinner bei dem ORF- Posten Karussell gibt es aber schon jetzt, den künftigen Finanzdirektor. Wer immer das auch wird, es wird eine/ein Neue/r. Denn der derzeitige Finanzchef Grasl scheidet aus dieser Funktion auf jeden Fall aus: Wird er nicht ORF-Generaldirektor verläßt er, das hat er schon angekündigt, das Unternehmen. Wird er zum Generaldirektor gewählt, ist der Job natürlich auch neu zu besetzen. Und für beide Varianten steht schon ein – erfolgreicher – Manager eines der Leitbetriebe Ostösterreichs zur Verfügung. Dessen Lebenslauf zirkuliert bereits im ORF. Dass auch er, wie auch Grasl, aus dem Dunstkreis des niederösterreichischen Landeshauptmannes kommt, wirft – einmal mehr – ein bezeichnendes Licht auf die politischen Einfußnahmen im ORF.