ORF – Österreichs einstiges Leitmedium versandelt

Immer wieder ist das Wehklagen zu hören, dass sich zu wenige Menschen aus der Wirtschaft in der Politik engagieren. Und bevor jetzt jemand auf den noch halbwegs neuen Bundeskanzler hinweist, sei daran erinnert: auch er hat eine lupenreine Parteivergangenheit hinter sich: Vom Politikerbüro – dank der Partei (SPÖ) in staatsnahe Unternehmen gehievt – und das mit erschreckend wenige Ahnung von Wirtschaft (sein Studium war nicht etwa „Wirtschaft“ sondern „Publizistik und Kommunikationswissenschaft“) – aber es reichen Eloquenz, ein guter Schneider und Verhaberung mit Journalisten und ein feines Inseratenbudget das vom Steuerzahler, Strom- oder Bahnkunden gefüttert wird.

 

Doch zurück zum mangelnden Engagement von Unternehmern in der heimischen Politik: wer am Montag Abend in der ZiB 2 erlebt hat, wie ein entfesselter, geradezu enthemmter, aggressiv verbal wild um sich schlagender, vor Selbstüberschätzung und Zynismus platzender Haus- und Hof – „Analyst“ – des ORF Frank Stronach bis hin zur Beleidigung niedermachte, versteht, warum politisches Engagement in Österreich vor allem den Partei-, Kammer- & Gewerkschaftsfunktionären, sowie Beamten vorbehalten bleibt, denn die haben nichts zu verlieren!

 

Dass ein vom ORF eingekaufter Berater mit Schaum vor dem Mund Beurteilungen über einen Politiker in einer ORF-Sendung abgibt, ist eine Sache, dass die ORF-Redakteurin daneben sitzt und nicht auf ein Mindestmaß an Benehmen achtet oder besteht, spiegelt allerdings das Verkommen des einstigen österreichischen Leitmediums nur allzu deutlich wieder. Und in Zeiten wie diesen sollten wir daran denken, dass Gewalt meist auch aus der Gewalt der Sprache entsteht.