ÖVP hofft auf vergessliche Wähler

Wahlkämpfe bringen es so mit sich, dass Parteien auf einmal für Dinge eintreten, die sie noch bis vor kurzem abgelehnt hatten. Denn wie nun aus der ÖVP zu erfahren ist, wünscht sich deren Parteiobmann Sebastian Kurz eine Schuldenbremse in der Verfassung.

 

Hätte die ÖVP längst machen können – sie hätte nur den Vorschlägen, mehrfach vorgebracht im Nationalrat, des Team Stronach folgen müssen! Und in dessen 2013 vorgestellten Parteiprogramm heißt es auf Seite 17 sogar ausdrücklich: „Österreich braucht deshalb eine wirkungsvolle Schulden­bremse im Verfassungsrang.“

Bis zur Wahl hoffen die Parteien oft auf vergessliche Wähler.       Foto: Fotolia/Zerbor

 

Kurz fordert im neuen ÖVP-Wirtschaftsprogramm auch die Beibehaltung des Bargelds. Das verwundert, denn erst im Juni hat die ÖVP im Parlament gegen einen Vorstoß der FPÖ, nämlich Bargeld in der Verfassung zu verankern, gestimmt.

 

Wer so Politik macht, muss sich auf jeden Fall den Vorwurf gefallen lassen, die Wähler für – zumindest – sehr vergesslich zu halten.