Österreich verliert den Anschluss bei der Hochtechnologie

Ganz Österreich und damit auch Niederösterreich haben ein bisher nur von Insidern erkanntes Wirtschaftsproblem: Die Industriequote in Österreich und insbesondere in Niederösterreich sinkt laufend. Österreich hält derzeit bei unter 18 Prozent, bei fallender Tendenz. Tschechien hat bereits eine Quote von 25 Prozent und deutlich steigend und das Agrarland Ungarn hat Österreich mit einer Quote von 22,5 Prozent Österreich signifikant überholt.
Dazu kommt nun, dass Österreich auch den Anschluss bei der Hochtechnologie versäumt. Die Schweiz, Bayern und Baden Württemberg haben eine Hochtechnologiequote von über 30 Prozent, in Österreich hingegen liegt sie bei weniger als 10 Prozent. Die Ausrede, Österreich sei wegen der hohen Löhne nicht wettbewerbsfähig, trifft nicht zu, denn Bayern, Baden Württemberg und die Schweiz sind ebenfalls Hochpreisländer – aber mit einer doppelt bis dreifach so hohen Hochtechnologiequote wie Österreich und einer viel geringeren Arbeitslosigkeit! Nunmehr siedelt sich die Hochtechnologie auch in Tschechien, der Slowakei und in Ungarn an.

High Tech Industrieanlage
Die Industrie ist zwar seinerzeit aus Europa abgewandert, weil in den Billiglohnländern ein Rationalisierungseffekt von bis zu 60 Prozent zu erzielen war. Aber nunmehr hält die „Robotik“ in die Produktionshallen Europas Einzug und schafft einen Rationalisierungseffekt von bis zu 90 Prozent. Europa ist als Produktionsstandort wegen der dafür notwendigen Fachleute wieder interessant. Leider hat hier Österreich wenig zu bieten. Das liegt daran, dass zum Beispiel Niederösterreich das Land mit Fachhochschulen überzogen hat, von deren Ausbildung 90 Prozent in Dienstleistungsberufe gehen. Die höchste Wertschöpfung einer Volkswirtschaft liegt aber in der Industrie. Daher gilt es auch in Österreich künftig bei der Ausbildung wieder die sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu forcieren!

 

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