NÖ Beamtenchef – ein Job für ÖVP-Politsekretäre

Dieser Tage wurde der Posten des höchsten Beamten Niederösterreichs neu besetzt. Und wer erwartet hatte, dass das Rennen um diesen Spitzenjob ein alle möglichen Stationen im Landesdienst durchlaufener Beamter macht, wurde enttäuscht. Mit Werner Trock erhielten die NÖ Landesbediensteten Erwin Prölls bisherigen Büroleiter zum obersten Chef. Und Trock war davor, seit immerhin 1992, auch schon in den (politischen) Büros der Landesräte Edmund Freibauer und Wolfgang Sobotka tätig. Trocks echte Erfahrung im Landesdienst beschränkt sich auf ein paar Jahre Mitarbeit in der Finanzabteilung und in der Raumordnung. Von dort weg war er dann immer der „Mann fürs politisch Grobe“ in den Regierungsbüros.

NÖs Landesbeamte haben einen neuen, obersten Chef bekommen – wie politisch praktisch: der war bis vor kuzem Erwin Prölls Büroleiter. Foto: Team Stronach NÖ

Aber derartige Karrieren von Politsekretären in höchste Beamtenpositionen haben in NÖ (schlechte) Tradition. Schon Trocks Vorgänger als Landesamtdirektor, Werner Seif, war von 1985 an Büroleiter bei Erwin Pröll. Doch Seif hatte zumindest zuvor schon eine ansehnliche Beamtenkarriere hingelegt, mit Stationen in immerhin fünf Bezirkshauptmannschaften.

 

Wenn nun Landeshauptfrau Mikl-Leitner anlässlich der Amtseinführung von Trock meint „eine …. Verwaltung braucht auch eine exzellente Führungskraft an der Spitze. Werner Trock hat sich in den vergangenen Jahren in vielfältigen Funktionen und Positionen höchste Kompetenz angeeignet“ so bekommt das Wort „vielfältig“ angesichts der Büroleiterfunktionen seit 1992 eine völlig neue Bedeutung.