Liebe Kühe, süße Kälber, stinkende Autos.

Niemand käme ernsthaft auf die Idee, dem Verkehrsminister die Umweltkompetenzen der Bundesregierung zu übertragen. Beim Landwirtschaftsminister hat damit aber niemand ein Problem. Doch das sollte verwundern, denn die Landwirtschaft ist – gleichauf mit dem Verkehr – Hauptverursacher bei den Treibhausgasen. Das sind jene Gase, die vor allem bei der Düngung und durch die natürlichen Ausscheidungen der Rinder entstehen und unsere Atmosphäre belasten. Die liebe Kuh und das süße Kalb da, aber dort das stinkende Auto – gemäß dieser Vorstellung sind Rindviehcher in der öffentlichen Debatte weit weniger zum Feindbild geeignet als Autos.

 

So ein Kälbchen ist halt viel süßer als ein Auto, nur Dreck macht’s genauso! Foto: Fotolia/coldwaterman

 

Zuletzt hatte der Umwelt-, pardon, der Landwirtschaftsminister gefordert, die Steuer auf Diesel zu erhöhen. Gleichzeitig ist er eifrig als Lobbyist unterwegs, um für die Bauern einen, durch Befreiung von der Mineralölsteuer, günstigeren Dieselpreis zu erwirken. Womit ziemlich deutlich wird, wie einem Mitglied der Bundesregierung eine Gruppe von Bürgern, nämlich jene, die den Diesel für den Traktor braucht, lieber ist, als die andere, nämlich die Gruppe der Pendler, die ihr Auto benötigen, um zur Arbeit zu kommen.

 

Aus all dem kann man nur eine Lehre ziehen: das Zusammenlegen von Umweltkompetenzen mit jenen des Landwirtschaftsministers ist kontraproduktiv.