Hämisch lachen hilft nicht weiter!

Eine von der Stadt Wien beauftragte Studie ist zu einem beunruhigenden Ergebnis gekommen: Ein großer Teil der jungen Männer mit muslimischem Glaubensbekenntnis bejaht Gewalt gegen unsere westlichen Werte. Die jungen Männer sind zudem antisemitisch und homophob eingestellt.

 

So eine Studie ist eine gute Grundlage, um dieser Einstellung der jungen Muslime – ein Großteil oft schon in zweiter und dritter Generation in Österreich, viele davon österreichische Staatsbürger – entgegen zu wirken sowie Maßnahmen zur Deradikalisierung und Aufklärung zu setzen.

 

Was machen aber viele heimische Kommentatoren? Sie gießen Spott und Häme über die Verantwortlichen in der Stadt Wien, gerade so, also ob sich jene dieses Ergebnis gewünscht hätten. Einen wirklich besorgten Beobachter müsste doch viel mehr interessieren, wie es sich mit der Einstellung junger männlicher Muslime in den anderen Bundesländern und deren Städten verhält. Doch da hört und liest man leider nichts davon!

Sad boy is standing in the foreground. There're group of mocking teenagers behind him.

Oft in der Politik erlebt: Hämisch lachen udn auf die anderen hinzeigen – ohne es selbst besser zu machen. Foto: Fotolia/Tomasz Trojanowski

Dabei liegen dort die sozialen Bedingungen oft genauso im Argen wie in Wien. Es sei nur an jenen 14-jährigen Buben erinnert, der in Krems beim Einbruch in einen Supermarkt von einem Polizisten erschossen wurde. Auf einmal waren alle entsetzt, wie es in diesem Stadtteil zugeht, was die Jugendlichen dort für Probleme haben und wie hoch deren Arbeitslosigkeit ist. Studien bzw. Untersuchungen dazu und Schlussfolgerungen, wie man dieser sozialen Verelendung eines ganzen Stadtteils entgegenwirken könnte, gab es bis dahin nicht. Und da handelt es sich „nur“ um Probleme mit österreichischen Jugendlichen mit „klassischem“ kleinkriminellem Hintergrund, noch keine Rede von religiös fanatisierten Halbwüchsigen.

 

Denken wir auch an Vorarlberg, das Bundesland nach Wien mit dem höchsten Anteil an Migranten aus der Türkei und Bosnien. Wem sind von dort vergleichbare Studien zur jener Untersuchung bekannt, die es nun aus Wien gibt?

 

Oder denken wir an Wiener Neustadt. Dort ließ der wortgewaltige Bürgermeister Klaus Schneeberger vor einigen Monaten die türkischen Fahnen, die nach dem Putschversuch in der Türkei an vielen Häusern gehisst worden waren, wieder entfernen. Eine plakative und medienwirksame Aktion, aber von einer wissenschaftlich basierten Untersuchung über die Probleme der muslimischen Migranten bzw. mit den Migranten ist aus Wiener Neustadt nichts bekannt. Es ist immer einfacher mit dem Finger auf andere zu zeigen und hämisch zu lachen, als es selbst richtig zu machen!