Glattes „Nicht genügend“ für Autoren von Schulbüchern

Dass es um unser Schulsystem nicht zum Besten bestellt ist, wissen wir spätestens seit den schlechten Ergebnissen österreichischer Schüler bei den PISA-Tests. Besonders wenig wissen die österreichischen Schüler zum Thema „Wirtschaft“ und vieles was sie glauben zu wissen, ist falsch. Die Ursache dafür ist aber nicht schlechte Lerntechnik, sondern sind falsche Inhalte in den Lehrbüchern! Die Ökonomen der Österreichischen Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung  haben dazu 57 Schulbücher zum Unterrichtsfach „Geografie und Wirtschaftskunde“ untersucht.

 

Die Experten fassten das Ergebnis ihrer Untersuchung so zusammen: Die Schüler werden in Sachen Wirtschaft mit Fehlinformationen, unsauberen Statistiken und tendenziösen, ideologisch gefärbten Erklärungen gefüttert. Auf den 6000 Seiten der 57 untersuchten Bücher fanden sich 233 gravierende Fehler! So viele Fehler reichen bei jeder Schularbeit für ein glattes „Nicht genügend“!

In Schulbüchern wird leider viel ideologisch gefärbter  Unsinn über „Wirtschaft“ verbreitet. Foto: Fotolia/Elnur

Einer dieser Fehler ist die Definition von Arbeitslosigkeit. Im Buch „GEOprofi 3“ heißt es dazu: „Die Arbeitslosenquote gibt an, wie viel Prozent der Menschen eines Staates ohne Arbeit sind.“ Demnach wäre auch jedes Kleinkind und jeder Pensionist arbeitslos. Ebenso zeigen die Angaben zur Höhe des Arbeitslosengeldes die Ahnungslosigkeit der Autoren des Buches: „Die Höhe des Arbeitslsoengelde3s richtete sich auch nach dem Alter.“ Falsch, denn die Höhe des Arbeitslosengeldes hat mit dem Alter absolut nichts zu tun.

 

Und wenn in di8sen Büchern ums Umweltbewusstsein der Jugendlichen geht, nehmen es die Autoren mit Statistiken nicht so genau. Im Buch „Meridian1“ heißes, dass auf Grund des Tempos mit dem der Regenwald verschwindet, täglich rund 50 Tier- und Pflanzenarten aussterben. Hingegen sterben es in „Geografie 1“ nur 5 Arten von Tieren und Pflanzen pro Tag!

 

Zum Thema Stromverbrauch schreibt „Ganz klar: Geografie 1“: „Wer Geräte im Standby-Modus belässt, hat pro Jahr 400 Euro mehr Stromkosten.“ Die Statistik Austria beziffert die Mehrkosten allerdings mit nur 30 Euro im Jahr!

 

Im Großen und Ganzen haben die Angaben in diesen Wirtschafts- und Geografiebüchern weniger Wahrheitsgehalt als die  Behauptung „E-Autos fahren mit Hilfe von Wasserkraft!“