Eine Krähe hackt der anderen ……

…. oder wie Günther Steindl in der NÖ GKK Karriere macht und Protestparteien sicher weiter Wahlen gewinnen

 

Da braucht sich niemand mehr über Stimmen für Protestparteien wundern! Während der neue Bundeskanzler großspurig Reformen bei den Sozialversicherungen ankündigt, versorgen Rot und Schwarz in seltener Einigkeit den gescheiterten Ex-SPÖ-NÖ-Geschäftsführer Günter Steindl per1. Juni 2016 mit einem Super-Job in der Gebietskrankenkasse in St. Pölten.

 

Doch der Reihe nach: Als die Landtagswahl 2013 geschlagen war, mußte ob des desaströsen Ergebnisses nicht nur SPÖ-Chef Josef Leitner sondern auch der Landesgeschäftsführer Günter Steindl gehen. Bitter für Steindl, er verlor den Job in der SPÖ-Zentrale und auch das Landtagsmandat – geschätztes Monatseinkommen 11.000 Euro waren weg!

The Common Raven (Corvus corax), also known as the Northern Raven, is a large all-black passerine bird.

Die niederösterreichische Krähe – sie hackt einer anderen kein Auge aus.  Foto: ryzhkov_sergey/fotolia

 

Aber Steindl verbrachte seine Zeit dann nicht am AMS sondern kehrte in den Schoß der Gewerkschaft zurück, wo er seine berufliche Laufbahn gestartet hatte. Allerdings gab es dort viel weniger zu verdienen, dem Vernehmen nach „nur“ rund 3500 Euro. Also machte sich Steindl und dessen SPÖ-Freunde auf die Suche nach etwas Adäquaten für einen gescheiterten Polit-Funktionär. Schnell wurde man im Reich von Steindls Gewerkschafts-Freund Gerhard Hutter, seines Zeichens Obmann der NÖ-GKK, fündig. Dort lässt sich mit den Beiträgen der Zwangsversicherten immer noch ein Parteifreund durchfüttern. Da Steindls Erfahrung für einen Führungsjob in der NÖ GKK offenbar noch nicht ausreichend war, mußte er sich weitere zwei Jahre, nämlich 2014 und 2015 mit dem eher biederen Titel und Einkommen eines „Direktionsassistenten“ zufrieden geben. Wer aber daran denkt, dass er dabei zum Kaffeekochen und Aktenschleppen verwendet wurde, irrt natürlich. Schon in dieser Funktion war Steindl enorm wichtig und u.a. war er für die „Koordination der persönlichen Korrespondenz des Obmannes“ zuständig, wie die NÖ GKK damals auf Anfrage mitteilte.

Weniger mittelungsfreudig war die NÖ GKK allerdings auf die Frage, warum der Job des Direktionsassistenten denn nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern freihändig an den Hutter-Freund Steindl vergeben worden war. Ein besonders Gustostückerl war dabei die schmallippige Stellungnahme des ebenfalls als Aufsichtsbehörde  zuständigen und angefragten Gesundheitsministeriums, in der es damals hieß: „Herr Steindl hat der NÖ GKK seine Dienste angeboten.“  Also Arbeitslose aller Länder, gehet hin nach St. Pölten und bietet der NÖ GKK Eure Dienste an, auf dass Ihr erhört und aufgenommen werdet – wie Günter Steindl.

Wen immer man nach Steindls Karriere fragte, alle begannen sich kunstvoll zu winden:

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser

Rechnungshofpräsident Josef Moser

Hauptverbands-Vorsitzender McDonald

Nur der ebenfalls angefragte NÖ GKK Obmann Hutter versuchte sein Glück in untergriffigem Angriff und stellte gleich den Vorwurf eines Berufsverbotes für seinen Freund Steindl in den Raum, weil nach der öffentlichen Ausschreibung des Jobs, dem definiertem Anforderungsprofil, der Analyse zur Notwendigkeit der neuen Position „Direktionsassistent“, der Methode des Auswahlverfahrens, etc gefragt worden war.

Was die Sache aber besonders unappetitlich macht, damals wie heute: Auch alle ÖVP-Mitglieder in den Gremien den NÖ GKK stimmten bereits 2014 dem Deal zu – eine Krähe hackt bekanntlich einer anderen kein Auge aus. Und auch jetzt bei der Bestellung Steindls zum Direktor stimmten die ÖVPler brav mit: Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl, GÖD Funktionär Harald Sterle und etwa der schwarze AK-Vizepräsident Franz Hemm.

Solange also Rot und Schwarz dermaßen unverfroren und unverschämt packeln, braucht sich über Stimmen für Protestparteien jedenfalls niemand wundern!