Der Landeshauptmann ist ja nackt!

Nicht nur bei den Finanzen der NÖ Gemeinden ist die Situation erbärmlich, vielmehr ist es die gesamte wirtschaftliche Situation des blau-gelben Bundeslandes. Abgelenkt davon wird durch einen omnipräsenten Landeshauptmann, der bei jedem Auftritt sich selbst in eine nahezu ekstatische Rede über die derzeit goldenen Zeiten für sein Bundesland treibt und den Zuhörern Sand in die Augen streut. Da wird das Land in einer wahren Flut, das Land und seinen Landeshauptmann lobpreisenden Presseaussendungen ertränkt! Und dazu passen Medien, die das willfährig und ungeprüft übernehmen und die Wahrheit kleinreden oder gleich ganz unter den Tisch fallen lassen. Das alles erinnert an die Zeiten in Kärnten, als Jörg Haider machtlüstern schalten und walten konnte wie er wollte. Das debakulöse Ende dieses politischen Größenwahns dürfen nun alle Österreicher mit ihrem Steuergeld bezahlen.

 

Daran sei an dieser Stelle erinnert, weil auch mit Niederösterreich wird es in gar nicht so ferner Zukunft nicht anders sein. Deshalb seien jene Zahlen genannt, die die NÖ Medien so gerne nur im Kleingedruckten weitergeben, oder gar nicht!

 

Hinterkopf mit Glatze eines lteren Mannes

Wie in „Des Kaisers neue Kleider“: Der Landeshauptmann ist ja nackt!                                      Foto: fotoliajongleur

 

Jüngst hat die Statistik Austria Daten über die Pro-Kopf-Verschuldung und das Pro-Kopf-Vermögen der 9 Bundesländer veröffentlich. Dabei schneidet NÖ katastrophal ab:

Schulden pro Landesbürger: 4330 Euro – im gesamtösterreichischen Vergleich schneidet nur Kärnten mit 4378 Pro-Kopf-Schulden schlechter ab. Am wenigsten Schulden haben die Tiroler, da sind es 1424 Euro pro Landesbürger, aber auch die oft belächelten Burgenländer haben nur halb so viele Schulden wie die Niederösterreicher, nämlich 2054 Euro pro Kopf.

 

Beim Vermögen pro Landesbürger schaut es nicht viel besser aus! Da hat das Bundesland für jeden Niederösterreicher nur 425 Euro Vermögen, Spitzenreiter Vorarlberg hingegen 2460 Euro, und auch das Burgenland ist da wieder weit besser als Niederösterreich, da gibt es nämlich 1194 Euro Vermögen pro Mitbürger.

 

Wie schlimm es wirklich um Niederösterreich steht, wissen als erste wahrscheinlich die derzeit 63.895 Arbeitslosen Niederösterreicher am besten! Ende September lag die Arbeitslosenquote hier bei 8,2%, schlechter ging es wieder nur in Kärnten (9,1%) – und in Wien (12,9%), das aber als Stadt seriös nicht direkt zu vergleichen ist mit einem Flächenbundesland. Wie es gehen kann, zeigen zum Beispiel Salzburg mit 4,9% Arbeitslosenquote und das Nachbarland Oberösterreich mit 5,4% auf.

 

Aus all dem geht eines klar hervor: Politik nur über bejubelnde Presseausendungen zu machen, die die wirtschaftliche Realität ausblenden und schönreden, ist – erbärmlich. All das erinnert an das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis jemand, analog zum Kind in diesem Märchen, ruft „Der Landeshauptmann ist ja nackt!“.