Betonschädeln und Politbonzen

Da schlägt die (noch relativ) neue Unterrichtsministerin – und erfahrene Uni-Managerin – Sonja Hammerschmid etwas Grundvernünftiges vor, und sofort sind die ÖVP-Landesschulräte dagegen. So wird es mit einer echten Bildungsreform nie etwas, wenn unbelehrbare Betonschädeln und Politbonzen mitreden dürfen! Im Gegensatz zu denen fordern nämlich Elternvertreter, Bildungsexperten und viele, zeitgemäß denkende Schulleiter schon lange, was in der Privatwirtschaft Gang und Gäbe ist: Dass sich nämlich die Direktoren die Lehrer künftig selbst auswählen können.

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Schuldirektoren sollen sich die Lehrer ihrer Schule künftig selbst aussuchen können – aber Gewerkschaft und Personalvertretung blocken ab! Foto: Fotolia/Karin und Uwe Annas

 Das ablehnende Manöver der ÖVP-Landesschulräte ist aber rasch erklärt und deren vermeintliche Sorge um die Qualität des Unterrichts wird als das demaskiert, was es in Wahrheit ist: Sorge um den eigenen Einfluss. Da passt es herrlich dazu, dass der langjährige NÖ-Landesschulratspräsident Helm auch viele Jahre höchster Lehrervertreter und Gewerkschaftsfunktionär war. Und der eifrigste und wortreichste Gegner von Hammerschmids Plan ist der Oberösterreichische Präsident des Landesschulrates Fritz Enzenhofer. Ein Musterbeispiel der Spezies „Berufspolitiker“ und „Ämtersammler“. Schon als Schüler war er Obmann der ÖVP-nahen Schülerunion, zuletzt dann als Lehrer stand er dem Christlichen Lehrerverein vor. Und so jemand lässt sich doch nicht Macht aus den Händen nehmen, schon gar nicht wenn es um die Vergabe von Jobs geht.