Arbeiterkammer: Mitgliedsbeiträge für Giraffen-Kabarett

Einige, noch heute sehr wichtige Einrichtungen des politischen Lebens in Österreich gehen auf die erste Republik zurück. So stammen wesentliche Rechte und Pflichten des Bundespräsidenten aus dieser Zeit. Und auch einige Interessensvertretungen der verschiedenen Berufsgruppen gehen auf diese Zeit zurück, etwa die Arbeiterkammer. Und zu der schwierigen Zeit, also zwischen 1918 und 1938, war es sicher notwendig, dass die Arbeiterkammer ihren Mitgliedern den Besuch von Kulturveranstaltungen ermöglichte und finanziell, sowie organisatorisch unterstützte. Warum muss das aber auch heute noch sein – und zwar auf Kosten der Mitglieder, die dafür mit ihren Zwangsbeiträge bezahlen?

 

Die Arbeiterkammer ist lustig und informiert über hustende Giraffen. Foto: Fotolia/Kagenmi

 

So bewirbt die AK Niederösterreich auf ihrer Homepage diverse von ihr veranstaltete Lesungen, Kabarettabende (z.B. „Giraffen können nicht husten“) und Theatervorstellungen. Und die AK Wien hält sich über einen Verein gleich ein ganzes Theater – das „Akzent“!

 

Die Arbeiterkammern haben ein Vermögen – Reinvermögen und Finanzvermögen zusammen – von 471 Millionen Euro – und kassiert österreichweit jährlich über 400 Millionen Euro aus den Pflichtbeiträgen.

 

Wenn auf der einen Seite ein Vermögen von fast einer halben Milliarde (!) Euro vorhanden ist, und die AK sich andererseits den Luxus leisten kann, Konzerte und Kabarettveranstaltungen zu organisieren, sowie ein ganzes Theater zu besitzen, stellt sich doch die Frage, ob die 2,8 Millionen Zwangsmitglieder nicht zu viel Mitgliedsbeitrag bezahlen?