Amstetten ist anders

Selbst die abgebrühtesten Beobachter der heimischen Innenpolitik finden immer noch Gründe, um sich von deren „Hauptdarstellern“ mit Abscheu abzuwenden. Jüngstes Beispiel: Die Stadtregierung von Amstetten. Diese genehmigte 300 Bediensteten der Stadt eine bezahlte, halbstündige Mittagspause. Die Kosten machen pro Jahr immerhin 250.000 Euro aus!

Geschftsmann entspannt in der Mittagspause im Park

Auf der faulen Haut liegen und dafür vom Steuerzahler noch bezahlt werden –
das können seit neuestem 300 Bedienstete der Stadt Amstetten in der
Mittagspause! Foto: cirquedesrit/fotolia

 

Ein SPÖ-Stadtrat aus Amstetten argumentiert diese Geldverschwendung so: „Wir wollen keine Zweiklassengesellschaft“ und er verweist auf die beamteten Postbediensteten, denen die bezahlte Mittagspause, nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes, zusteht. Dabei übersieht der Herr Stadtrat geflissentlich, dass er eine andere Zweiklassengesellschaft geschaffen hat: nämlich jener seiner privilegierten Mitarbeiter im Gemeindeamt und die der restlichen Bürger der 24.000 Einwohner Stadt. Und mit der Wahrheit nimmt es der SP-Stadtrat auch nicht so genau, wenn er erklärt, die Stadt habe auf das Urteil des Gerichts reagieren müssen. Die Salzburger Landesregierung zum Beispiel denkt gar nicht daran, ihren Bediensteten dieses sündteure Privileg auf Kosten der Allgemeinheit einzuräumen. Und keiner der Beamten in Salzburg traut sich das auch offen zu fordern, denn er würde wohl von der Bevölkerung mit den sprichwörtlich nassen Fetzen davon gejagt werden! Aber Amstetten ist anders.